• Banking and Finance in Historical Perspective
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37. Jahrgang | Jahr 2011 | Heft 1

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Miszelle: Seite 62–78

Holger Blisse / Markus Hanisch
Bankengruppen übergreifende Tendenzen im deutschen Bankensystem? / Cross-bank Trends in the German Banking System?
The 'three columns' of the German banking system, composed of private commercial banks, institutions subject to public law (savings banks and 'Landesbanken') and cooperative banks, could be seen as a firm structure, but have triggered wide discussions time and again. Unlike, for instance, the situation in Italy and France, where the way to the private legal form was eased for the savings banks, in Germany mergers appear to take place only within the individual 'column' or banking groups, while banks that switched between groups over the course of their existence constitute the exception. Within the scope of an example-oriented review of a banking group in the cooperative sector, the present article endeavours to examine where and to what extent changes in the affiliation of individual banks have taken place over the course of time and in which business segments banks from different banking groups have collaborated.

I. Einleitung

Die ,drei Säulen‘ des deutschen Universalbankensystems, bestehend aus den Kreditbanken (private Banken), den Sparkassen, Landesbanken und der DekaBank Deutsche Girozentrale (öffentlich-rechtliche Institute) sowie den Kreditgenossenschaften mit ihren Zentralbanken (genossenschaftliche Institute), boten immer wieder Anlass zu Reformvorschlägen. Auch wenn die in der Diskussion um den Fortbestand des ,Drei Säulen‘-Systems in der deutschen Kreditwirtschaft vorgebrachten Argumente unter dem Eindruck der globalen Finanzkrise vielfach neu bewertet wurden, vollziehen sich Zusammenschlüsse nach wie vor nahezu ausschließlich innerhalb der Bankengruppen, beispielsweise zwischen der Commerzbank und der Dresdner Bank oder der Landesbank Baden-Württemberg und der Landesbank Sachsen. Im Genossenschaftssektor unternahmen in den letzten Jahren DZ BANK und WGZ BANK immer wieder einen Anlauf zu fusionieren. Über die Säulengrenzen hinaus kam es in Deutschland hingegen höchstens zu Kooperationen zwischen einzelnen Instituten. Anders ist es zum Beispiel in Italien bzw. Frankreich gewesen, wo die Institute der Gruppe der Sparkassen neu geordnet und in die private Rechtsform der Aktiengesellschaft (mit Beteiligung von Stiftungen) bzw. Genossenschaft überführt worden sind. Damit hatte der Staat den Weg für neue Eigentümer geebnet.

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